Ich will die Glasdecke nicht mehr durchbrechen

Wann ist genug Selbstoptimiert?

Sich im Wandel überraschen Individuation Archetypen Sisterhood

Die Glasdecke darf auch einmal bleiben

Nicht jede und nicht jederzeit möchte eine Frau Grenzen sprengen, Hindernisse überwinden und ihre Persönlichkeit weiterentwickeln. Was steckt dahinter, wenn man die Glasdecke einfach sein lassen will?

Die Glasdecke, das sind die limitierenden Bedingungen, die gesellschaftlich und patriarchalisch besonders Frauen auferlegt werden. Coaching zielt oft darauf ab, solche sich sehr fest anfühlenden Begrenzungen zu überwinden.

Nach meiner Erfahrung taucht im Leben von Frauen irgendwann das Gefühl von „Genug“ auf.

Das hat nicht unbedingt mit dem Alter zu tun, auch wenn die Berufswelt das häufig suggeriert. Und es geht auch nicht nur die Berufswelt an.

Überraschender Aufbruch Neue Wege

Das Genug erkennen

Wenn ich mit vierzig Jahren das Aikido-Training aufnehme, obwohl ich in Sport immer nur ungenügend war, dann hebt das diese alte Grenze nicht auf. Das Sportabitur wird nicht nachgeholt. Ich finde aber im mittleren Alter eine sportliche Betätigung, die mir guttut. Und irgendwann ist auch das genug.

Ein Mann muss sich damit abfinden, dass eine Frau ihn verlässt, weil sie sich schon zu stark für ihn verausgabt hat. Es geht jetzt nicht mehr weiter. Das haben Freunde ihr schon früher gesagt: „Lass es, er nutzt dich nur noch aus.“ Aber sie ist geblieben bis an jenen Punkt, an dem er ihr vorkam wie eine undurchdringliche Mauer, als sei das Beziehungsfeld zwischen ihnen durchschnitten.

Eine andere Frau trennt sich erst nach einem Selbstmordversuch. Erst dann wird spürbar, dass das persönliche Maß längst überschritten war.

In meiner Tarotpraxis waren es oft Frauen, die genau dieses Genug mitbrachten und die Karten befragten, ob sie der Ausbeutung durch den Partner endlich eine Grenze setzen sollten, die Trennung heißt.

Auch beruflich erscheint der Himmel über der Glasdecke nicht immer wie ein rosiger Morgen, sondern irgendwann wie ein leibhaftiger Sonnenuntergang. Die Karriere, das Klettern auf der Leistungsleiter, wird schal. Die ersehnten Gipfel verlieren ihre Anziehungskraft. Diese Glasdecke kann gerne dableiben.

Wann? Das ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Nach meiner Erfahrung gibt es dieses Gefühl des eindeutigen Genug auch auf unseren Heldinnenreisen der Persönlichkeitsentwicklung. Irgendwann droht man, den Kampf gegen Windmühlen aufgenommen zu haben wie Don Quichotte. Zeit, sich etwas mehr von Sancho Pansa anzueignen. Oder auch von der Windmühle.

Blume blau Licht für Sternenlicht

Das Genug setzt hilfreiche Grenzen

Das Genug ist keine einfache ökonomische Erkenntnis, sondern eine schwere ethische Entscheidung. Auf einmal zeigt mir der andere eine solch undurchdringliche Mauer, dass ich nur daran zerschellen würde. Mit Zerschellen meine ich die konsequente Selbstaufgabe.

Im Privaten werde ich nicht gezwungen, einen neuen Partner zu suchen. Niemand fordert von mir, neue Mauern zu sammeln und dagegen anzurennen.

Anders in der Selbstverwirklichungsszene. Dort scheint immer noch weiteres Potential zu warten. Jenseits der Glasdecke bleibt der Himmel rosig wie ein vielversprechender Sonnenaufgang.

Für Coaches ist das eine Herausforderung. Wir sehen Potential, wir sehen Möglichkeiten. Manchmal hören wir aber nicht tief genug auf das, was die Coachee bereits gesagt hat. Dann handeln wir wie ein Arzt, der bei Schmerzen und Verletzungen empfiehlt, einfach weiterzumachen.

Wenn der Kampf durch die Glasdecken der Karriere und die Mauern der Beziehungen für diese eine Persönlichkeit an sein Ende gekommen ist, wenn Möglichkeiten und Chancen nur noch als Zumutung erscheinen, dann verdient dieses Genug Respekt.

Denn es bedeutet nicht das Ende der Entwicklung, sondern nur einer bestimmten Form von Entwicklung. Die Suche nach der nächsten Glasdecke verliert an Bedeutung. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit auf das, was im eigenen Leben wachsen möchte.

Nicht mehr Überwindung steht im Mittelpunkt, sondern Verbundenheit.

Auf den Drang zur Expansion folgt der Wunsch nach Vertiefung, das Calling aus dem Inneren.

Überraschender Aufbruch Neue Wege

Zwei Wege für die Persönlichkeit

Auf dem expansiven Flug stellen wir Fragen der Überwindung:

  • Wie komme ich höher?
  • Wie werde ich erfolgreicher?
  • Wie überwinde ich die nächste Grenze?
  • Gegen wen muss ich mich durchsetzen?
  • Wem muss ich beweisen, dass ich es kann?

Der intensive Weg gleicht eher einer Wanderung. Dort stellen sich andere Fragen:

  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Was will ich mir nicht mehr zumuten?
  • Welche Seiten hat mir diese Zumutung verstellt?
  • Wenn ich das expansive Streben aufgebe, welchen Energien gebe ich Raum?
  • Welche Art von Beziehungen möchte ich führen?
  • Wie entwickle ich die schützenden Einstellungen für ein mir gerechtes Leben?
  • Welche Signale sendet mir das Leben, damit ich erkenne, was jetzt wichtig ist?

Oft versuche ich, an solchen Wendepunkten mit Humor die Lage erträglicher zu machen. Doch dann folgen meist Trauer und Empörung. Humor ist eine kleine akute Schmerzlinderung. Mehr nicht. Aber manchmal weist er die Richtung.

Die Wunden des Überwindens

Den Pfad zur Glasdecke zu verlassen, heißt vor allem, sich von den Verletzungen zu heilen, die man sich auf dem Weg dorthin zugemutet hat.

Viele dieser Wunden haben ihren Ursprung gar nicht im Beruf. Sie reichen weit in die Familiengeschichte zurück.

Wer sich ausschließlich auf die nächste Glasdecke konzentriert, übersieht leicht die alten Ängste und Loyalitäten, die das eigene Leben heimlich steuern.

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Käserinde für Aschenputtel

Ich möchte das an einem Beispiel zeigen: dem Käseschneiden.

Die Kunst des richtigen Käseschneidens gehörte zu den veralteten Einstellungen, die Familien in meiner Kindheit noch vertraten. Es war eine Zeit, in der unbequeme Töchter schnell benachteiligt, beschämt oder ausgeschlossen wurden. Das Diktat des perfekten ordentlichen Lebens stand über allem.

Wie man das Besteck neben die Teller legte, die Taschentücher bügelte…

Vor allem der Käse war vertrackt. Zu dick geschnittene Rinde bedeutete verschwenderisch. Zu dünn geschnittene bedeutete geizig. Die Dicke der Käserinde war für einen Mann entscheidendes Kriterium bei der Wahl der Partnerin.

Das Perfide daran war, dass nur eine den perfekten Käserindenschnitt zustande bringen würde. Sie sollte sich gegen ein ganzes Feld von Frauen durchsetzen.

Das hat sich tief in meine Einstellungen hineingefressen. Ich erinnere mich an Abendessen, bei denen wir drei Schwestern in einem absurden Käserindenabschneide-Contest surreale Szenen abgaben. Gläserne Schuhe brauchte es nicht. Auch keinen Bachelor mit Rosen.

Panik wegen Kleinigkeiten

Die Panik, die ich angesichts falsch geschnittenen Käses entwickelte, war schon schräg. Dabei wollte ich doch anders sein.

Das Problem ist: Wenn ich den Käse einfach unperfekt schnitt, verschwand das Diktat nicht. Die Panik tauchte dann beim falsch gelegten Besteck auf. Oder ganz woanders.

Die Glasdecke kann man durchbrechen. Die Käserinde lebt in uns weiter.

Eine Käserinde namens Kassandra

Dies Weiterleben ist vielleicht gar kein Fehler.

Denn wie vieles Märchenhafte will die Käserinde nicht besiegt, sondern verstanden werden. Sie bewahrt Erinnerungen an Ängste, Loyalitäten und Anpassungsleistungen, die einmal sinnvoll gewesen sein mögen. Für das Kind konnten sie Zugehörigkeit sichern, Konflikte vermeiden oder sogar Schutz bieten.

Man kann beginnen, der Panik zuzuhören, ihre Warnungen ernst nehmen, sich ihr in Ruhe nähern, mitfühlend und neugierig. Vielleicht das innere Kind fragen, was es eigentlich schützen möchte. Vielleicht fragen, woran die Panik uns erinnert wie Kassandra, die auch keiner hören wollte. In meinem Fall trauert Kassandra um echte Schwesterlichkeit, und sie sehnt sich danach.

Denn es genügt nicht, äußere Grenzen zu überwinden. Irgendwann wird es wichtiger zu verstehen, welche inneren Regeln unser Leben noch begleiten.

Die innere Arbeit besteht nicht darin, die nächste Gegnerin zu finden, nicht einmal in uns selbst. Sie besteht darin wahrzunehmen, was uns bewegt, wovor wir uns schützen wollten und was wir heute vielleicht nicht mehr brauchen.

Aus diesem Verstehen kann etwas Neues entstehen. Nicht als Sieg. Nicht als Durchbruch, sondern als eine Aussöhnung mit sich selbst.

Dreieck der Heldenreise, Puma Krafttier

Der intensive Weg der Heilung

Der Weg liegt jenseits aller Selbstkritik. Statt die nächste Grenze zu überwinden, wenden wir uns dem eigenen Erleben zu. Gefühle werden nicht länger bekämpft, sondern wahrgenommen. Aus Akzeptanz entsteht allmählich eine neue Richtung. Nach einer Weile taucht ein Wunsch auf, ein Symbol oder eine Ahnung nur. Es muss gar nicht viel sein. Und doch entwickelt sich daraus eine neue Lebenslinie.

Misa Hopkins beschreibt diesen Weg mit vier Schritten: Surrender, Acceptance, Desire und Commitment.

Ich besuchte ihr Coaching, um mich besser zu fühlen und persönlich zu heilen. Dort konnte ich meine eigentlichen Emotionen buchstäblich herausschälen aus all dem, was nicht hilfreich war.

Es änderte sich mein Rollenverständnis. Nicht länger war ich die Hüterin des perfekt geschnittenen Käses. Ich war auch nicht mehr die überverantwortliche Mutter, sondern mehr und mehr eine gleichberechtigte Frau, eine Schwester.

Das ganze Wetteifern, Vergleichen und Sich-gegenseitig-Übertreffen-Wollen verlor nach und nach an Macht. Unter diesen alten Rivalitätsmustern wurde etwas sichtbar, das schon immer da gewesen war. In Gesprächszirkeln fanden wir Frauen gegenseitiges Verständnis, Mitgefühl, Vertrauen und neue Zukunftsoffenheit.

Eine neue Freiheit

Vielleicht beendet das Genug gerade nicht, dass wir wachsen, sondern nur dass wir aufhören, gegen uns selbst Krieg zu führen.

Als meine Freundin sagte: „Ich will die Glasdecke nicht mehr durchbrechen“, hörte ich zunächst Verzicht. Inzwischen höre ich darin etwas ganz anderes als Resignation, nämlich die Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Mauern noch Aufmerksamkeit verdienen und welche nicht.

Traumzeit Coaching für Frauen in Wandlungsphasen Fühlen, Wahrnehmen, Verstehen, Verkörpern
Vertrauen und Selbstbehauptung

Hi, ich bin Ingrid Drafta

Ich bin Ingrid und verbinde in meiner Arbeit tiefenpsychologisches Coaching der Jungian Coaching School mit neo-schamanischen Meditationen und Gesprächspraktiken der Four Winds Society und der She Rising Academy. Wie du siehst verbinde ich gerne Wissenschaft und Seelenweisheit.

Im Erstgespräch gewinnst Du Klarheit darüber, wie Du Dich durch mein Coaching-Programm selbst entfalten kannst. Von Deinem emotionalen Standort aus findest Du Orientierung. Das Erstgespräch ist kostenlos, unverbindlich und vertraulich.

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Aufgeblüht: Was Kundinnen schätzen

Auch du kannst Lebensfreude und Selbstsicherheit genießen

Meine Kundinnen und Mitreisenden in den Talking Circles und Meditationen sind ruhiger gworden. Die Emotionen schwingen harmonischer. Weil wir gelernt haben, mitfühlend aus unseren Gefühlen neue Orientierung zu finden, lassen wir uns von den Stimmungen und Launen anderer nicht vom Weg abbringen. Wir fühlen uns freier und wählen Beziehungen besser aus. Wir beginnen zu wählen und zu werden, wie wir sein wollen.

Mehr als alles schätze ich die Ruhe, die ich gefunden habe. Iich lebe ohne die ständige Angst und weiß, ich kann mir selbst vertrauen. Von Hektik und Panik lasse ich mich nicht mehr anstecken, sondern grenze mich ab. Mein Leben ist dadurch kostbarer geworden.

Brigitte

Lehrerin

Ich empfinde weiterhin Mitgefühl mit anderen, aber ich verliere mich nicht darin. Weder falle ich in Ko-Abhängigkeit noch übernehme ich fremde Gefühle. Mein Gewissen ist ruhig geworden, weil ich gelernt habe, mit meinen Emotionen annehmend und verwandelnd umzugehen.

Franziska

Altenpflegerin

Heute gönne ich mir, was ich mir leisten kann. Geben und Nehmen sind im Gleichgewicht. Ich habe mir ein Pferd gekauft und bin ans Meer gezogen. Träume habe ich wahr gemacht. Und ich habe meinen Sinn in diesem Leben gefunden. Das ist einfach wunderbar.

Helene

Bankerin a. D.

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